Schulwechsel oder lieber doch nicht? - Ich brauche mal ein paar Gedanken und Anregungen von euch. Unser Junge ist seit August auf der weiterführenden Schule (7. Klasse). Eine Gemeinschaftsschule mit tollen Ideen und Konzepten. Der Schultag ist sehr lang. Es geht immer bis 16 Uhr. Unser Kind kommt jedoch prima mit dem Stoff zurecht. Mit den Lehrkräfte versteht er sich super. Die scheinen alle ziemlich jung und motiviert zu sein. In den meisten Fächern hängt unser Kind mit seinen Leistungen alle andern weit ab. Irgendwie toll, aber ungewohnt.
Das Problem, das wir vorher nicht so wahrgenommen haben, ist das soziale Umfeld: Respektlosigkeit, derbe Sprüche, Keine-Lust und sehr rauhe Sitten bis hin zur Gewalt bestimmen den Lern-Alltag bei den anderen Kids - nicht nur in seiner, sondern auch in den anderen Klassen.
So richtige Freunde wird unser Junge da nicht finden. Als er sich neulich mit einem “Kumpel” aus der Grundschule traf, meinte er sinngemäß: “Boah, endlich mal wieder jemand, mit dem man vernünftig reden kann.”
Es beflügelt ihn in dieser Schule nichts. Es gibt keinen Austausch, keine neuen Ideen, keine anregenden Diskussionen. Diese Zeit ist für Jugendliche wichtig, um ihre Persönlichkeit weiter zu entwickeln - habe ich mal gelesen.
Zufällig in einem Gespräch mit einem seiner Lehrer: “Was macht Ihr Kind an dieser Schule?!”
Wenn wir als Eltern das so mitbekommen, dann klingeln alle unsere Alarm-Glocken und wir denken daran, ihn umzuschulen. Er selbst sieht das alles nicht so kritisch. Er kommt mit den anderen Kindern irgendwie zurecht und hat da irgendwie einen Platz gefunden. Da er recht ruhig und besonnen ist, lässt er sich nicht auf so viel Unsinn ein.
Ich weiß, dass es sehr wichtig sein kann, über den akademischen Tellerrand zu schauen. Nur, weil jemand nicht auf dem Gymi ist, kann er/sie trotzdem taff und nett sein. Statt “Rosa” deklinieren zu können, sind dann andere wichtige Kompetenzen ausgeprägt. Aber hier begnügt sich die andere Kompetenz damit, das Handy bedienen zu können.
Was machen? Ihn dort lassen und abwarten, ob es ihm selbst irgendwann zu viel wird? Oder ihn gegen seinen Willen umschulen? Was habt ihr für Gedanken dazu?
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So fies es klingt: Ja, schau, dass du das Kind gewechselt bekommst. Das Umfeld ist wichtig. Es macht einen Unterschied, ob du auf dem Schulhof gemobbt wirst, wenn du deine Hausaufgaben gemacht hast oder ob es völlig selbstverständlich ist, dass alle die gemacht haben. Das wird dann gerade in den jugendlichen Jahren extrem wichtig. Da stellen sich viele Weichen und eine dieser typischen Null-Bock Attitüden willst du da nicht haben.
@KatherinaReichelt Ja, das ist das, was man so als Eltern immer wieder auf dem Schirm hat. Wir haben halt die Erfahrung und (hoffentlich) den Weitblick für so eine Situation. Es kann ja auch schon über kurz oder lang Ärger geben, alleine weil er so mit Abstand der Beste in der Klasse ist. Keiner fühlt sich wohl, wenn er gezeigt bekommt, dass er eigentlich nicht so gut ist … Das kann dann in Frust und Aggression gegen ihn umschlagen. Gerade in so einem aggressiven Milieu. 🙄
Und noch was: Das Thema Förderung. Logischerweise lernst du in einer Gruppe von Leuten, die auch schnell lernen und gleich gut bist wie du, mehr. Weil das schneller voran geht. Wenn du immer der Beste bist, bleibt trotzdem viel Lernstoff beim “warten” auf andere liegen.